Ghetto muffin

Paralyzer

Label/Vertrieb über: Milestone Records / Veröffentlichung: 2004 bei amazon.de zu kaufen

(olihaas) - Das Duo Ghetto muffin hat mit der Veroeffentlichung seines Debuts „Paralyzer“ die Lanze fuer suedafrikanisch produzierten Reggae/ Dub gebrochen und ist einer der herausragenden acts in diesem bislang unterrepraesentierten genre der suedafrikanischen Musiklandschaft. Ghetto muffin setzen auf ihrem 10 tracks umfassenden Album den Fokus auf dicke Beats und wummernde Baesse und paaren diesen mit unaufdringlichem Analogem und Elektronischem. Dabei skizzieren sie eine breite Mischung kontemporaerer suedafrikanischer Musikstile, die recht angenehm aus den Boxen tropft. Dubbige Grundstimmungen mischen sich mit Kwaito-lastigen Riddims, Roots trift auf Traditionelles. Der opener „Kumandi“ fuehrt entspannt in das Album ein und beginnt die Reise durch eine eigenwillige Interpretation des Reggae und Dub. Nix fuer Stylisten, aber gerade deshalb hoerenswert. „Ingxwaba Nxwaba“ ist mit Abstand der burner des Albums und laesst vermuten, dass Ghetto muffin auch live einiges zu sagen haben. Mit wenigen Aussnahmen bietet Paralyzer Tanzbares. Lediglich „Nomaliso“ - ein ausschliesslich mit Gitarre intonierter traditioneller Folk-Song- schlaegt ein wenig aus der Reihe. Aber der track beweist, dass die Buben wirklich was in der Kehle haben und zudem wissen wo ihre Wurzeln liegen.

Getoastest wie getextet wird in Zulu und Xhosa. Fuer die Instrumentierung des Longplayers sind die „Kalahari surfer“ verantwortlich und lassen Ihrer Produktion mit ausdehnenden Instrumentalpassagen genuegend Raum und Luft zur Entfaltung. Gelegentlich wuenscht man sich zwar ein wenig mehr Organisches als Elektronisches, aber die Grundstimmung passt.

Reggae/ Dancehall/ Dub aus Suedafrika ist bislang vor allem ein Phaenomen, das in den sogenannten „Cape flats“ Kapstadts beheimatet ist. Interpreten des genre haben allerdings in den letzten Jahren mit dem umtriebigen label African Dope Records eine Plattform gefunden, die der Musik die noetige Aufmerksamkeit und Bedeutung zumisst. Vor allem das African Dope Sound System duerfte zukeunftig auch ueber die Landsgrenzen hinaus fuer Furore sorgen. Es tut sich also was am Kap und man kann nur hoffen, dass dies erst der Beginn einer langen Reise ist.

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Getextet im Mai 2004

review © Oliver Haas für reggaenode.de

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