Label/Vertrieb über: OutHere Records, Indigo / Veröffentlichung: 30.01.2006

(peterB) - Reggae kommt aus Jamaica und wird weltweit nur kopiert. So oder so ähnlich reden die Hardcore-Jamaicaner insbesondere wenn es um Afrikanischen Reggae geht. Nur KlimmKlimm-Reggae kommt also da vom Mutter-Kontinent? Richtig bekannt geworden weltweit sind auch nur zwei: Alpha Blondy von der Elfenbeinküste und Lucky Dube aus Südafrika, zwei hochausgerüstete Länder (wenn es um die Musik-Infrastruktur geht). Dass es neben diesen beiden Protagonisten noch eine ganze Menge mehr gibt was auch weit über den musikalischen Horizont der Roots-Protagonisten Dube und Blondy hinausgeht, zeigt das Münchener Label OutHere Records. Jay Rutledge hat mit seinen Mitstreitern einen sehr unscheinbaren dafür aber umso gehaltvolleren Sampler Namens African Rebel Music - Roots reggae and dancehall zusammengestellt.
Was bietet das Album? Zunächst ein paar wenige bekannte Namen, wie zum Beispiel den Kronprinzen des Ivorycoast Reggae Tiken Jah Fakoly oder Adé Odukoya (Kollektiv Bantu aus Köln) zusammen mit den Senegal Rappern Positive Black Soul und nicht zuletzt der in 2005 in Deutschlands Soundhallen so erfolgreiche Rebellion the Recaller mit seinem Gassenhauer "We Must Rebel". Mehr Spannung für meine verwöhnten Ohren bieten da natürlich die anderen Tracks, sehr schön zum Beispiel die verschiedenen Kwaito-lastigen Stücke aus dem südlichen Teil des Kontinents, Highlight: H2O feat. Zubz - Ihr Hit "African" muss die Shebeens in den Townships zum kochen bringen. Auch im Osten des Kontinents wird nicht mehr nur auf Traditionellen Instrumenten gespielt, hier entwickelt sich eine sehr starke junge Musikszene, Reggae, Dancehall und HipHop sind hier zumindest wesentliche Bestandteile! Beispiele: Necessary Noize aus Kenya und insbesonder Peter Miles aus Uganda. Dritter Schwerpunkt ist - wenig überraschend - der Westen, also Senegal, Nigeria, Elfenbeinküste, Gambia, wo sich ohnehin seit Jahren Rap und Hip Hop niedergelassen hatten. Überraschender da, dass aus dem musikalischen Nomansland Mauretanien ein Beitrag kommt: Die 994 Crew unterstützt vom Hamburger Silly Walks Sound.
African Rebel Music - Roots reggae and dancehall ist ein äußerst gelungener Start für die Entdeckungsreise in die Clubs des afrikanischen Kontinents. Das Album zeigt, dass sich hier eine höchst dynamische Kultur entwickelt auf deren Export wir uns freuen dürfen. Das ganze ergänzt mit umfangreichen Infotexten über die verschiedenen Musikzentren und natürlich die Bands sebst im 24 Seiten starken Booklet.
Und außerdem hat die Scheibe einen Wahnsinns Bonus Track ;-)!
Weitere Informationen:
Getextet im Januar 2006
review (c) Peter Beckhaus für reggaenode.de
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