The Crowning Of Prince Jammy

Various artists

(Pressure Sounds CD oder DoppelLP)

 

Er hat's verdient: Prince Jammy, auch King Jammy oder bürgerlich Lloyd James, hat in den vergangenen drei Jahrzehnten maßgeblich an der Rädchen der Reggae-Kultur gedreht. 1977 geht's mit der Produktion des ersten Black Uhuru-Albums (Black Sounds Uhro - Love Crisis) los. Doch der King Tubby-Zögling zählt bis zum Ende des Jahrzehnts auch zu den meist gefragten Mixern für Dubs und Songs. Spätestens mit Johnny Osbourne's Hit und Album "Folly Ranking" (1980) meißelt Jammy seinen Namen in Annalen des Reggae. Und mit "Boom Shacka Lack" von Junior Reid oder Half Pint's "Mr. Landlord" steigert er seine Reputation weiter. Den absoluten Triumphzug tritt er jedoch mit Wayne Smith's frühen Computer-Killer "Under Me Slang Teng" an, dominiert die Charts in den späten 80ern und mischt - von leichten Flauten abgesehen - auch heute noch im zeitgenössischen Dance-Hall- und Conscious-Business kräftig mit.

"The Crowning of.." beleuchtet Jammy's prä-digitale Phase. Die Auswahl ist hervorragend, die Zusammenstellung kurios: 70er Jahre - Black Uhuru's "King Selassie" im Original-Mix, Earl Zero und Augustus Pablo (beide einst auf einer Maxi, die heute weit mehr als das Doppelalbum/die CD kostet) -, der Wechsel der Jahrzehnte - zweimal Johnny Osbourne und Hugh Mundell düsteres "Jah Fire" -, und die 80er, mit Half Pint's Hits "Pouchie Lou" und "Mr. Landlord", sind durcheinandergwürfelt. Konzeptionell unklar, aber musikalisch astrein. So hat Pressure Sound mit "The Crowning of.." Jammy, dem erfolgreichsten aus der dritten Generation der Reggae-Produzenten, ein würdiges Denkmal gesetzt.

review © 8/99 Jürgen "Reggae Doctor" Schickinger for the reggaenode

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